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11.01.2010 | 17:31 Uhr | kn | Manuel Weber

The Mighty Stef schmückte das Prinz Willy mit Song-Juwelen

Schlicht für die Ewigkeit



Kiel - Ob noch Zeit für einen letzten kleinen Song bleibe, will The Mighty Stef im rappelvollen Prinz Willy wissen. „Du hast noch 25 Minuten“, ruft ihm sein Tourmanager und Kompagnon zu. „Heilige Scheiße, was soll ich mit der vielen Zeit bloß anfangen?“, fragt sich der Musiker.

Am besten den Faden da wieder aufnehmen, wo er nach 80 Minuten mit einem rollenden „Adios Amigos“ ablegt wurde. Bei den vielen Songs, deren Strahlkraft durch die Schlieren auf den Fenstern der Geschichte immer noch Licht ins trübe Oberstübchen bringt und Wärme in die verrumpelten Herzkammern. „Dublin's finest unsung hero“ hat ihn das britische Indie-Musikmagazin NME unlängst genannt. Ausnahmsweise keine maßlose Übertreibung.

Um einen Vollbart und einige Pfunde reicher sieht The Mighty Stef seinen Song viel ähnlicher. Etwas verkracht und überrollt vom Räderwerk des Weltenlaufs, manchmal finster, mal sarkastisch, aber meistens voller milder, herzenswarmer Sätze für das große Elend zwischen erledigter Liebe und ungeliebten Erledigungen. Mit verrauft rauer und gesegnet vollmundiger Stimme verabreicht The Mighty Stef kellenweise gebirgswasserklare und sonnenuntergangsschöne Melodien zwischen Folk, Country, Soul, Pop, Punk, Beat, R'n'B und Gospel.

Wer die mit Band eingespielten, stilistisch noch recht klar voneinander getrennten Songs auf seinem Debüt The Sins Of Sainte Cathrine gemocht hat, wird ihnen live endgültig verfallen sein. Einfache Akkorde und ein bisschen countryesker bassfigürlicher Saitenwechsel brechen die Arrangements auf einen gemeinsamen Swing herunter, und heraus kommen funkelnde Juwelen von Songs. Und dass Coversongs wie Chelsea Hotel von Leonard Cohen oder Velvet Undergrounds Pale Blue Eyes zu den eher mittelmäßigen Beiträgen gehörten, lag kaum an der fehlenden Güte seiner Interpretation. Die besten Mighty-Stef-Songs sind schlicht für die Ewigkeit. Etwa The Whistle Sound, in der Prinz-Willy-Akustik-Variante noch sehnsuchtsvoller, noch quälend schöner: „When I hear that whiste blow I wanna know now / is it time to go now?“. Am besten dorthin, wo du hingehörst. An den Platz, den Shane McGowan verließ, um sein maßloses Talent als verdammter Flaschengeist maßlos zu vergeuden.

Ganz große Erzählermusik von Stefan Murphy alias The Mighty Stef, mit dem Dublin endlich wieder einen Typen vorzuweisen hat, der sich nicht nur auf von Elfchen und Tröllchen umtanzten grünen Hügeln im Morgendunst inspirieren lässt. Erst kommt Jubel. Dann folgt Jubel. Das Prinz Willy mit „all the beautiful people“ ist hin und weg. „Das ist mein zweiter Besuch in Kiel, und ich kann den dritten kaum erwarten“, schenkt er der Stadt den schmeichelhaftesten Satz der Nacht. Ja, danke, geht uns auch so.


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