Kulturzentrale Kiel-Süd Lutherstrasse 9 24114 Kiel info@prinzwilly.de Der Gast ist König. Wir sind Prinz.
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Durchaus schöne Singstimmen: Christian Meyer (links) und Julius Fischer. Foto: Peter
The Fuck Hornisschen Orchestra blödelte im Prinz Willy lustvoll vor amüsierwilligem Publikum

Die hohe Kunst des Scheiterns

 
Kiel - „Wir beginnen unsere kleine Schau heute mit einer sehr verstimmten Gitarre“, gibt Christian Meyer dem Publikum im gut besuchten Prinz Willy zu verstehen. Und er weiß auch, dass es eigentlich egal ist, ob die gestimmt ist oder nicht, ob sich Julius Fischer „wegen des gelben Lichts“ auf der Bühne verspielt oder die Akkorde doch trifft.
Der Song ist beim Fuck Hornisschen Orchestra nicht mehr als eine Geste: schlampig und kess zusammengepferchter Sound- und Harmonieschrott aus liegen gelassenen Melodien und vergessenen Rhythmen. Kaputtes, schiefes und weitgehend unbrauchbares Zeugs. Doch bei allem manchmal recht selbstgefälligen Dilettantismus können die Songs kaum verbergen, das sie wissen, woher sie kommen, welchem Genre und welcher soziokulturellen Realität sie entstammen. So wie alles Geknödel, Gekreische und Gequietsche nicht die schönen Singstimmen von Meyer und Fischer kaschieren kann, vor allem, wenn sie zweistimmig agieren. Lange hält derlei Harmonie aber selten. Jedes Arrangement ist ein Auffangbecken an Verfehlungen, Irrungen und Querschlägern.

Bei so viel enthemmtem Spackentum kann das Eis schnell dünn werden. Das bestens gelaunte Publikum erweist sich glücklicherweise als beachtlich tragfähig und geht die falschen Fährten bereitwillig mit, die die beiden etablierten Slammer ins Dickicht aus Poetry, Musik und Comedy schlagen. Vom hohen Bildungsross auf den dummen Esel des Dumpfsinns ist es für das Fuck Hornisschen Orchestra nur ein Katzensprung. Ein Scheitern scheint den beiden nicht peinlich. Eher schon der unterlassene Versuch - haarsträubender, studentenküchentrunkener Ausdruckstanz inklusive.

Textlich geht das viel gelobte Duo ähnlich wankelmütig zu Werke, spannt den Bogen von Quersinnhaftem wie
vom fohlen und wäldern (bewusst als Verben zu assoziieren) über technoide Erkenntnisse wie
Wir weinen am liebsten im Sitzen bis zum Creative-Writing-Schwulst im Stile von Joanne Cambell, der Koryphäe des modernen Pferderomans. Alles durchdrungen, konterkariert, auf- und abgewertet von mehr oder minder geistreichen Blödeleien, gegenseitigen Frotzeleien und unhastigen Gedankenspinnereien.

Dass ihnen manche Lieder „zwischen Tür und Angel“ eingefallen sind, will man gerne glauben. Wohl auch, dass sie mit diesem oft hintersinnigen Trash-Mix einen Singer/Songwriter-Slam nach dem anderen für sich entscheiden, beispielsweise den Nationalen in Berlin 2007. Beölen oder Augenverdrehen, eines geht nur. Das Publikum hat sich für ersteres entschieden und nach eineinhalb Stunden noch Zugabe, Zugabe, Zugabe gefordert. Genauso viele haben sie auch bekommen. Glück gehabt: beide.


URL: http://www.kn-online.de/schleswig_holstein/kultur/?em_cnt=112067&em_loc=12

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