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Levee.Levee schlich im Prinz Willy auf leisen Sohlen durch seine Songs


Ohne Scham vor dem Schmachten

Als Singer/Songwriter textlich ähnlich radikal wie zu seinen Hardcore-Zeiten: Levee.Levee alias Benjamin Sandrock.
Foto: fpr







Kiel - Dass er mal in Hardcore-Bands wie
Recluse oder Rebarker gespielt hat, merkt man dem schlaksigen Singer/Songwriter und seiner leisetreterischen E-Gitarre, die die „leider kaputt gemachte“ Akustische auch nur vertritt, im Prinz Willy so gar nicht an. Benjamin Sandrock hat mit seiner Konversion zum Solisten namens Levee.Levee nicht nur das Genre, auch die Richtung gänzlich gewechselt - ist gleichwohl kaum weniger radikal als zu seinen Hardcore-Zeiten.

Dass er „über wirklich jeden Scheiß“ ein Lied schreibe, haben Freunde halb bewundernd, halb kritisch angemerkt. So wurde der totgefahrene Igel auch gleich in
The Hedgehog verewigt - als Menetekel für das sowieso Schmerzhafte im Leben. Und einen besseren Ort, ein Lied zu schreiben, als eine wenige Quadratmeter große Butze im Wilhelmshavener CVJM-Heim kann man sich auch kaum vorstellen, denn dort sinnierte Levee über „all the longings and all the alcohol, all the visions and all the cries“ - ein wie fast alle seine Songs auch wieder recht schwermütiger. „Sorry“, entschuldigt sich der Magdeburger nach seinem Opener mit noch etwas kräftiger geschlagener Klampfe und durchaus Zuversicht ausstrahlender Mundharmonika: „Ab jetzt wird's immer trauriger, ich hoffe, das zieht euch nicht zu sehr runter.“

Tut's nicht, wenn man sich erstmal in dieses eigentümlich verzärtelte hohe Stimmchen eingehört hat und dann auch überhört, dass es auf die zuweilen doch etwas schräge Stimmung der Gitarre nicht ankommt, wenn ansonsten die Stimmung stimmt. Wenn man goutiert, wie sich die Gitarre vermöge Live-Sampler zu streichorchesterhaften Klagesymphonien vervielfacht. Wenn man sich einlässt auf die melancholisierten Athmosphären „noch eines Ich-wurde-verlassen-Liedes“ wie
And Apologize oder
Snow Wind. In letzterem meint man den Winterwind ums Haus schleichen zu hören, wenn es heißt: „spring passes by, and winter's still here, I can't be yours, I am the snow“. Und wenn man sich bildlich vorstellen kann, dass das Lullaby
Sleep, als Levee es neulich in Magdeburg „vor 300 betrunkenen Studenten“ spielte, „ein Fiasko war“. Vor dem aufmerksam und zur Verwunderung Benjamins „so leise“ zuhörenden Publikum im Prinz Willy ist es einer der besonders melodisch anfixenden Momente, der keinen Zweifel daran aufkommen lässt, dass Levee als jemand gilt, „der Frauen zum Weinen bringt - auch wenn die Frau, die das gesagt hat, das irgendwie ganz anders meinte“.

Bei Benjamin Sandrock ist das Schmachten, das sich durch seine Songs schleicht, keine Pose, sondern eine Haltung, die er mit beinahe naiver Überzeugung vertritt. Lieder über Liebe und andere Leiden, die deshalb so aufrichtig wirken, weil Levee.Levee sie ganz ohne falsche Scham vor dem Schmachten singt.


URL: http://www.kn-online.de/schleswig_holstein/kultur/?em_cnt=72614&em_loc=12

 

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