Kulturzentrale Kiel-Süd Lutherstrasse 9 24114 Kiel info@prinzwilly.de Der Musiker ist König! Wir sind Prinz. Stadtgestaltung vom Feinsten
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Jersey brillierten im Prinz Willy

Organismus der Klänge



Kiel - Wann wurde eigentlich das Klavier im Prinz Willy das letzte Mal bespielt? Wurde es denn dort jemals? Jersey jedenfalls haben es getan und wie eigentlich alles, was das Berliner Quintett an diesem Abend angefasst hat, gelang auch das in einem betörend schönen Maße.
Die Indie-Allstar-Band aus Mitgliedern von Iso68, Contriva, Notwist, Andromeda Mega Express Orchestra und den längst verblichenen Fred Is Dead machte bei ihrem außerplanmäßigen Zwischenstopp der
Itinerary-Tour im Prinz Willy einfach alles richtig. Sogar das mit der Lautstärke. „Eigentlich sind wir ja 'ne ziemlich laute Rockband, aber wir haben Willy versprochen, dass wir heute ganz leise machen. Er wird dann schreien, wenn's zu laut ist“, lässt Gitarrist Max Punktezahl verlauten und im Verein mit Marion Gerth (Bass), Noel Rademacher (Gesang, Gitarre), Andreas Haberl (Schlagzeug) und Florian Zimmer (Tasten, Programming) Taten folgen. Schreien allerdings ist Willys Sache nicht und so dürfte er froh gewesen sein, dass sich der Opener
TV Dinner vom Debüt-Album
Jersey tatsächlich recht leise, aber auch noch etwas verhalten in den sehr gut gefüllten Raum schleift.

Die Stimme von Noel Rademacher liegt noch ein wenig nervös über dem Sound, der sich zwischen Transparenz und offener Struktur noch nicht so recht verdichten mag. Doch schon der zweite Song
Talking To Myself verfestigt sich zu einer organisch wogenden Soundstruktur, einer Art pluckerndem Elektroniknetz, in das unverbrauchte Indie-Melancholie und ein melodisch-verspielter Popdiskurs eingewoben sind. Eigentlich tut die reduzierte Lautstärke den Songs sogar ganz gut. Zumindest jenen, die mit tagträumerischer Gitarren-Luftigkeit stärker im Indie-Songwriting verankert sind.

Wenn die elegant schabenden Elektrosounds, raffinierten Bässe und polyrhythmischen Beat-Verschachtelungen das Songruder an sich reißen, dann hätten ein paar Dezibel mehr das Songerlebnis intensiviert. Max Punktezahls Einwurf bei
Moondial, man müsse sich den Song „zehnmal so laut vorstellen“, denn „so spielen wir das eigentlich“, mag man da im Geiste nur allzu gern nachkommen. Allein Wirt Willy tänzelt bei der Vorstellung noch ein wenig nervöser am Tresen hin und her. Seinem stummen Wunsch, jetzt nicht noch lauter zu werden, kommen Jersey unaufgefordert nach, selbst im üppigen Zugabeblock. Es spricht für die Klasse der Band und die Qualität ihrer Songs, dass sie auch so ihren substanziellen wie subtilen Groove nie verlieren. Unentrinnbar packen sie sanft zu, halten die außerordentlich frischen, finessenreichen, individualistischen und geschmackvollen Arrangements in Bewegung wie ein Schiff auf See.

So gut war das alles, dass der Applaus selbst dann noch einmal aufbrandet, als Marion und Max, das Ende ist längst beschlossene Sache, die Bühne betreten, um Jacken und Zigaretten zu holen. Nachhaltigkeit ist eben keine Frage der Lautstärke.


URL: http://www.kn-online.de/schleswig_holstein/kultur/?em_cnt=72999&em_loc=12

 

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