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Fünf Jahre Prinz Willy: Vember und Kolkhorst feierten in „Kiels schönstem Wohnzimmer“

Fünf Jahre Prinz Willy: Vember und Kolkhorst feierten in „Kiels schönstem Wohnzimmer“ mit


Wunderschön neben der Spur




  Kiel - Das „Sweet Home Prinz Willy“ besingt der „Künstlerpunk“ Kolkhorst aus Cottbus gerne als etwas schräges Geburtstagsständchen-Cover für jenen lauschigen Kulturort, der eben nicht in „Alabama“ liegt, an dem aber seit nunmehr fünf Jahren nicht nur er, sondern das internationale Singer-Songwriter- und Liedermachertum eine zweite Heimat gefunden hat.
Wie manches Mal singt man da auch am Geburtstag vor etwas dünn besetzten Reihen, die sich aber mehr und mehr füllen - jeder neue Gast von Kolkhorst persönlich begrüßt und mit einem eigens für ihn ad hoc improvisierten Song.

Es dauert eben immer ein bisschen, bis sich die Familie in „Kiels schönstem Wohnzimmer“ zusammengefunden hat. Ist sie aber einmal da, ist es umso heimeliger. Nicht nur dem KN-Fotografen widmet sich Kolkhorst persönlich, indem er „ein bisschen Action à la Billy Idol“ fürs „Objektiv, so positiv“ macht und spontan reimt: „Ich bin so scharf auf den Fotograf!“ Auch der Rezensent kriegt freihaus Futter für den Notizblock: „Ihr habt mich mal als Mischung aus Klaus Lage und Bono bezeichnet, dabei bin ich doch wohl eher eine aus Grönemeyer und Rod Stewart - hast du das?“ Jepp, steht hier, wobei man Kolkhorst noch manch' andere schräge Paarung andichten könnte. Die am schönsten neben der Spur liegende ist Nenas
99 Luftballons drei Oktaven tiefer gelegt ins Johnny-Cash-Timbre. Und auch eine Paarung aus dem wimmernden Bob Dylan und einem wummernden Falco, die sich später als Kreuzung zwischen Bob Marley und Udo Lindenberg oder auch Madonna und Reinhard Mey entpuppt, macht sich gut, wenn Kolkhorst einfach mal was ganz anderes macht als sonst: Cover von Songs, die es gar nicht gibt - noch nicht.

Das Verrückte an solchen Verrücktheiten ist, dass Kolkhorst nicht nur musikalisch auf seiner Klampfe auf rockiger Höhe bleibt, sondern auch poetisch: „Ich hab' auf einer Verkehrsinsel Urlaub gemacht“, singt er den Leuten draußen vorm Prinz Willy zu. Denn „Rock'n'Roll ist in der Stadt!“ Schön, dass wir solche Poesie dann auch noch in seinen „echten“ Songs vom aktuellen Album
Wir bleiben alle genießen dürfen. Dort „ist alles, wie es bleibt“, nämlich fein ausbalanciert in einer burlesken Melancholie, wo das lyrische Ich „nicht mehr gegen mich ,Mensch ärgere dich nicht' spielt“.

Apropos „positive Melancholie“: Die haben sich abends zuvor auch Vember auf die Fahnen geschrieben. Die Berliner Band ist erstmals außerhalb von Berlin-Brandenburg unterwegs und gewinnt schon mit ihrem Opener
Ophelia melodie- wie in intelligente Riffs und Licks verliebte Ohren. Abseits von poppigen Schleimspuren machen Vincent Kyas (Lead-Gesang, Rhythmusgitarre), Sonja El Demerdash (Gesang), Steffen Strauss (Lead-Gitarre) und Mathieu Tascher (Bass) bluesig angehauchten und mit Hillbilly aufgepeppten Indie-Pop, wie ihn zuletzt die Hamburger Schule meinte.

In Vembers Songs geht es zwar durchweg um die Schwierigkeiten von Metropolen-Bewohnern mit der Liebe und ihren melancholischen Spielen zwischen Nähe und Distanz - nichts gewaltig Neues also im Anblick über Dächern untergehender Sonnen, doch hat man Liebesleid selten so schmissig gehört wie in
Mein Mädchen, das dem Sänger („das ist zu 80 Prozent autobiografisch“) „vor drei, vier Wochen das Herz gebrochen“ hat. Aber nicht den Mut, aus solchem Rauswurf aus der Spur, wunderlich schöne Songs zu machen. Herbste der Liebe, die übrigens auch den Bandnamen erklären: November ohne „No“, sondern mit einem kräftigen „Yeah“ für die Existenz im Dazwischen und das Singen darüber.

40 Geburtstagsgäste mindestens hatten Vember dem Prinz Willy versprochen. Am Anfang sind es nur ein knappes Dutzend, aber siehe und höre da, am Ende des Geburtstagsvortags wird es in Willys Wohnzimmer sogar eng, aber umso gemütlicher. Weiter so mit Kunst neben der Spur des Mainstreams, möchte man da zurufen - Vember, Kolkhorst und dem Prinz Willy.

 

 

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