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Flockiger Sixties-Folk mit mehrfachem Augenzwinkern: Dan Costello. Foto: KN-online.de

Entspannter Westentaschen-Dylan: Dan Costello im Prinz Willy




Kiel - Wenn die Folk-Ikone Woody Guthrie noch leben würde, wäre er ein Rapper, meint Dan Costello, Singer-Songwriter aus Brooklyn, New York, dem weder Guthries Fußstapfen, noch die Bob Dylans zu groß sind, um mit forschem Schritt in sie zu treten.

Am Sonnabend im Prinz Willy tut er das sehr entspannt, „wie auf einer Couch in einem Brooklyner Hinterhof-Café“. Morgen ist sein erster freier Tag nach 14 Konzerten am Stück auf seiner Europa-Tour. Aber nicht nur das entspannt den Westentaschen-Dylan, auch die Tatsache, dass er auf seinem jüngsten Album Recession Songs die Finanzkrise leicht nimmt. „Nicht politisch“ seien seine Songs, sagt Costello, weil Poesie die beste Form der Verhandlung der öffentlichen Angelegenheiten ist. So könnte man den Song Hey, Mister, in dem Costello den bonusgierigen Bankern noch eine kleine Million zur Begleichung mancher offener Rechnung abfordert, zwar als Protestsong hören, aber auch als Aufforderung, die zuweilen verschlafenen Verhältnisse im Folk zum Tanzen zu bringen. Etwa als rappender Woody Guthrie, der es mit den „Teenage Ninja Turtles“, Superhelden wie Obama und dem Bluetooth In The Brain aufnimmt. Wo die Politik die Bodenhaftung verloren hat, und die Köpfe nur noch „wireless lost headsets“ sind, setzt ihnen Costello mit mehrfachem Augenzwinkern entspannt geerdeten Folk im Stil der Sixties entgegen.

Manchmal entstehen aus solcher Verdrahtung, die auch zurück zu Brecht/Weill reicht, lehrstückhafte Songs wie The Boy With The Gun, worin die Moral von der Geschichte heißt: „Don't turn your gun on the boy with the gun, cause the gun is, what's wrong all along.“ Weil solcher Zeigefinger aber in einem ganz einfachen Strophenlied mit ohrgewurmten Gitarrenakkorden erhoben wird, bleibt er entspannt statt drohend. Zumal wenn Costello sich hernach ans honky-tonkig leicht verstimmte Prinz-Willy-Klavier setzt und zu den Worten „don't trust me too much, it's winner time in my spirit“ einen koboldhaften Ragtime in die Tasten hämmert.

Den „88 Tasten meines Herzens“ vertraut Costello auch den
Clay Man an. An einen Mann aus Lehm sollte man sich nicht lehnen, weil er sich dabei verformt, orakelt Costello philosophisch und als Possenreißer zugleich. Man solle das alles nicht zu ernst nehmen, was er sage: „Wenn es euch als Witz vorkommt, dann ist es einer.“ Das gilt selbst für Balladen wie Maria With Her Legs So Long, einen an sich leisen, melancholischen Song über Willkommen und Abschiede in der Liebe, in dem sich Costello aber zu aggressiver Stimmkraft steigert, als singe er um sein Leben.

Worum es in Costellos Songs eigentlich immer geht und was es wiederum nicht vermessen erscheinen lässt, wenn man ihn in eine Reihe mit Woody Guthrie und Bob Dylan stellt.


URL: http://www.kn-online.de/schleswig_holstein/kultur/?em_cnt=115480&em_loc=12

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